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Start Blogs Pierre Wisnia PW Blogeintrag - 09.06.2009
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09.06.2009 - Dienstag:

I’m Walking (Fats Domino)

„Christian and Pierre?“ – diese Worte höre ich in letzter Zeit häufiger. Ob das nun gut oder schlecht ist, weiß ich nicht. Aber in diesem speziellen Fall gab es wieder eine neue Telefonaufgabe. Nein, nicht die Fortsetzung dessen, was am Freitag begonnen wurde. Stattdessen bekamen wir gegen 15:30 Uhr (3.30 p.m.) den Auftrag, die alten Telefone einzusammeln, in Kartons zu verpacken und schließlich die Anzahl an Telefonen im Karton auf denselben zu schreiben.

Dieser Spezialauftrag klang nicht sonderlich schwer oder gar spannend, aber… das war er auch nicht. Allerdings hatten wir gerade das letzte Ticket versorgt, das wir zu lösen vermochten, so dass wir uns ohnehin gelangweilt hätten. Und in der Not gönnt sich selbst der Höllenfürst das eine oder andere Fluginsekt. So kreisten Christian und meine Wenigkeit die restlichen 90 Minuten des Tages durch die Gänge des Erdgeschosses, wiesen die Mitarbeiter freundlich darauf hin, dass wir nun ihren ehemaligen Fernsprecher mitnehmen würden und taten anschließend selbiges. Jeweils acht passten in einen Karton, danach wurde er verschlossen und entweder mit einem Marker oder mit einem Kugelschreiber eine große 8 drauf gemalt. Ich kann nicht sagen, ob andere meine Geräuschwahrnehmung teilen, aber das Zukleben eines Kartons war verdammt laut. Besonders für die Leute, die im Büro gerade telefoniert haben, dürfte dies meiner Meinung nach sehr störend gewesen sein. Bis zum vierten oder fünften Karton nutzten wir dabei eine Schere zum Abschneiden des Klebebandes, da der Abroller und dessen Klinge dafür zu schmal waren. Dann kam Adei und zeigte uns, dass Abrollen von Hand und Abschneiden mit einer Schere sehr unprofessionell und vergleichsweise zeitaufwendig ist. Er nahm also die dicke Rolle des Klebestreifens und steckte sie auf den dünnen Abroller. Meine zweifelnde Frage, ob das wirklich funktioniere, beantwortete er mit einem professionellen „Ich stelle kein System zur Verfügung, das nicht funktioniert.“ Dann kam der erste Test, bei dem ich aber leider nicht anwesend war, da ich schon wieder auf Telefonjagd war. Dafür habe ich dann aber das Ergebnis gesehen. Wir machen es jetzt mit Abrollen von Hand und Abschneiden mit Schere.

Am Abend folgte ich einer spontanen Eingebung. Ich benötigte einen neuen Getränkevorrat (in der Regel kaufe ich hier für etwa zwei Tage, was bislang auch gut klappt), so dass ich einen kurzen Abstecher zum Stinkemarkt (© 2009 Anna-Lina Hartmann) machte. Zudem wollte ich mich dort heute einmal genauer umsehen, immerhin könnte sich in den weitläufigen Gängen ja der eine oder andere interessante Gegenstand verstecken. Gute Idee? Schlechte Idee. Mir gefiel die Luft heute noch weniger als sonst. Zudem hat man seit unserer Ankunft den Preis pro Flasche Coca Cola um 30 Cent angehoben. Da er damit aber immer noch 20 Cent niedriger ist als in anderen Märkten, hieß es Flaschen schnappen, bezahlen und raus. Ich möchte dies jetzt nicht als beleidigend gegenüber dem Markt verstanden wissen, aber was auch immer dort heute gemacht wurde, hat etwas hinterlassen, das mir bzw. meinem Wohlbefinden so gar nicht bekommt.

Danach war mir noch danach, auch den „No Frills“ mal wieder zu besuchen, was ich ebenfalls tat. Daheim habe ich mir vor dem Ausflug überlegt, dass wir ja noch keine Bilder dieser beiden Konsumtempel haben, also habe ich meine Kamera mitgenommen um den eben beschriebenen Missstand zu beheben. Unterwegs kam mir noch ein kleiner, typisch amerikanischer Feuerwehrwagen entgegen, der ebenfalls abgelichtet wurde. Und wo ich nun schon einmal draußen war, kam mir nun der Gedanke, mir die Gegend ein wenig mehr anzusehen. Vielleicht findet sich ja noch das eine oder andere schicke Fotomotiv. So fand ich abseits der Hauptstraße ein großes Stück „unberührte“ Natur, eine Grundschule, einen weiteren Supermarkt und andere mal mehr, mal weniger interessante Dinge. Dafür, dass ich aber nur eine kleine Seitenstraße entlang ging, war es ein recht ausgedehnter Ausflug, denn ich war am Ende zwei Stunden unterwegs. Nun ja, muss ja auch mal sein.

 

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